CMD – Craniomandibuläre Dysfunktion
Kieferschmerzen, Knacken, Kopfschmerzen – wenn das Kausystem aus dem Takt ist.
Kurz erklärt
CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) bezeichnet Funktionsstörungen des Kausystems – Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zahnkontakte arbeiten nicht harmonisch. Typische Symptome: Kieferschmerzen, Knacken, Kopf- und Nackenschmerzen, Tinnitus. Behandlung: Funktionsanalyse → Michigan-Aufbissschiene → Physiotherapie; bei strukturellem Fehlbiss ergänzend kieferorthopädische Korrektur. 70–80 % Besserung nach 3 Monaten.
von Dr. Philipp Meyer, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie · 10+ Jahre Erfahrung
Symptome – wo CMD sich zeigt
CMD wirkt körperweit. Nicht jeder hat alle Symptome.
| Bereich | Typische Anzeichen |
|---|---|
| Kiefergelenk | Knacken, Reiben, Schmerzen vor dem Ohr, eingeschränkte Mundöffnung (<35 mm). |
| Muskulatur | Verspannte Kau-, Schläfen- und Nackenmuskulatur, morgendliche Steifheit. |
| Kopf & Gesicht | Spannungskopfschmerzen, Migräne, Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel. |
| Zähne | Abgeschliffene Kauflächen, abgesplitterte Schmelzkanten, Zahnempfindlichkeit. |
| Haltung | Nacken-/Schulterverspannungen, Rückenschmerzen – CMD wirkt körperweit. |
Behandlungsschritte
Stufenkonzept – konservativ vor invasiv.
1. Funktionsanalyse
Klinisch + instrumentell (Achsiograph, Kondylenposition). Ausschluss anderer Ursachen.
2. Aufbissschiene
Individuelle Michigan-Schiene nachts (3–6 Monate). Entlastet Gelenk, entkoppelt Fehlbiss.
3. Physiotherapie
Manuelle Therapie der Kau- und HWS-Muskulatur. Eigenübungen.
4. Kieferorthopädie
Bei strukturellem Fehlbiss: Korrektur über Aligner, feste Spange oder Lingualtechnik – stabilisiert das Ergebnis langfristig.
5. Interdisziplinär
Bei Bedarf Zusammenarbeit mit Hausarzt, HNO, Osteopathie, Schmerztherapie.
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