zahnspangezürich

Dehnapparatur – Gaumennahterweiterung und MARPE

Mit einer Dehnapparatur kann ein zu schmaler Oberkiefer verbreitert werden. Bei Kindern meist als klassische Gaumennahterweiterung, bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen mit MARPE oder chirurgischer Unterstützung.

Kostenlose Beratung buchen
Dehnapparatur zur Gaumennahterweiterung im Oberkiefer eines Kindes – Kieferorthopädie Zürich
Dehnapparatur (GNE) im Oberkiefer: Die Schraube in der Gaumenmitte wird nach festem Plan aktiviert.

Aktualisiert am · geprüft von Dr. Philipp Meyer

Kurz & knapp

Eine Gaumennahterweiterung schafft nicht einfach nur Platz zwischen den Zähnen – sie soll den Oberkiefer selbst verbreitern. Welche Apparatur geeignet ist, hängt vom Alter, von der Reife der Gaumennaht, vom Knochenangebot und vom Ausmass der Oberkieferenge ab.

  • Bei Kindern genügt häufig eine an den Zähnen befestigte Dehnapparatur (klassische GNE).
  • Bei älteren Jugendlichen und Erwachsenen kann eine Verankerung über Mini-Implantate im Gaumen sinnvoll sein – dieses Verfahren heisst MARPE.
  • Aktive Dehnphase meist einige Wochen, danach mehrere Monate Stabilisierung.

Was ist eine Gaumennahterweiterung?

Die Gaumennahterweiterung wird auch als GNE, forcierte Gaumennahterweiterung oder Rapid Palatal Expansion bezeichnet. In der Mitte des Gaumens befindet sich eine knöcherne Verbindung, die sogenannte Gaumennaht. Solange diese Verbindung noch ausreichend nachgiebig ist, kann der Oberkiefer mit einer Dehnapparatur in der Kieferorthopädie schrittweise verbreitert werden.

Die Apparatur besitzt eine kleine Schraube. Diese wird nach einem genau festgelegten Plan aktiviert und erzeugt einen kontrollierten Druck auf den Oberkiefer.

Eine Gaumennahterweiterung kann beispielsweise infrage kommen bei:

  • einem seitlichen Kreuzbiss
  • einem im Verhältnis zum Unterkiefer zu schmalen Oberkiefer
  • Platzmangel durch einen schmalen Zahnbogen
  • einer seitlichen Abweichung des Unterkiefers aufgrund eines Kreuzbisses
  • einer notwendigen Abstimmung der Breite von Ober- und Unterkiefer

Nicht jeder Engstand muss durch eine Dehnung behandelt werden. Entscheidend ist, ob tatsächlich eine knöcherne Oberkieferenge vorliegt oder ob hauptsächlich die Stellung der Zähne korrigiert werden muss.

Welche Arten der Gaumennahterweiterung gibt es?

Vergleich klassische Gaumennahterweiterung, MARPE mit Mini-Implantaten und chirurgisch unterstützte Erweiterung
Die drei Verfahren im Vergleich: klassische GNE, MARPE und chirurgisch unterstützte Erweiterung.
Vergleich der Verfahren zur Gaumennahterweiterung
MethodeHäufige AnwendungVerankerungBesonderheit
Klassische GNEvor allem bei Kindern im Wachstumhauptsächlich an den Zähnennutzt die noch gut nachgiebige Gaumennaht
MARPEältere Jugendliche und ErwachseneZähne und Mini-Implantate oder nur Mini-Implantateein grösserer Teil der Kraft wird über den Gaumenknochen übertragen
Chirurgisch unterstützte Erweiterung (SARPE)ausgewählte erwachsene Patienten mit hohem knöchernem WiderstandDehnapparatur mit chirurgischer Unterstützungder Oberkiefer wird vor oder während der Erweiterung operativ entlastet

Die Übergänge zwischen den Verfahren sind fliessend. Es gibt deshalb keine feste Altersgrenze, ab der automatisch MARPE oder eine Operation notwendig wird.

Klassische Dehnapparatur bei Kindern

Kind mit festsitzender Dehnapparatur im Oberkiefer zur Behandlung eines Kreuzbisses in Zürich – bereits aufgedehnt
Die bereits aktivierte Dehnapparatur hat den Oberkiefer schrittweise verbreitert, um den Kreuzbiss kieferorthopädisch zu korrigieren.

Bei Kindern und jüngeren Jugendlichen ist die Gaumennaht meist noch ausreichend nachgiebig. Die Dehnapparatur wird in der Regel an den Seitenzähnen befestigt. Durch das schrittweise Aktivieren der Schraube verbreitert sich der Oberkiefer.

Während der aktiven Dehnung kann vorübergehend eine Lücke zwischen den oberen Schneidezähnen entstehen. Dies ist häufig ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich die beiden Oberkieferhälften voneinander entfernen. Die Lücke kann sich im weiteren Behandlungsverlauf wieder verkleinern oder später kieferorthopädisch geschlossen werden.

Nach der aktiven Erweiterung bleibt die Apparatur noch für eine Stabilisierungsphase im Mund. In dieser Zeit soll sich neuer Knochen im Bereich der geöffneten Gaumennaht bilden.

Was ist MARPE?

MARPE-Apparatur mit Miniimplantaten im Gaumen zur Oberkiefererweiterung bei Erwachsenen in Zürich
Bei der MARPE wird die Dehnapparatur durch Miniimplantate am Gaumen abgestützt. Während der Erweiterung kann vorübergehend eine Lücke zwischen den oberen Schneidezähnen entstehen.

MARPE ist die Abkürzung für «Miniscrew-Assisted Rapid Palatal Expansion». Auf Deutsch bedeutet dies miniimplantatgestützte Gaumennahterweiterung. Abhängig vom verwendeten System wird auch von einem skelettalen Expander oder einem Maxillary Skeletal Expander, kurz MSE, gesprochen.

Bei MARPE wird die Dehnapparatur mit kleinen kieferorthopädischen Mini-Implantaten (Minipins) im Gaumen verbunden. Dadurch soll ein grösserer Teil der Kraft direkt auf den Oberkiefer übertragen werden.

  • Eine hybride MARPE ist sowohl an den Zähnen als auch an Mini-Implantaten befestigt.
  • Eine rein knochengetragene Dehnapparatur wird ausschliesslich über Mini-Implantate im Gaumen verankert.

Das Ziel besteht darin, die Gaumennaht auch bei höherem knöchernem Widerstand zu öffnen und gleichzeitig die Belastung der Seitenzähne zu reduzieren. Ganz verhindern lassen sich Zahnbewegungen oder Veränderungen am Zahnhalteapparat dadurch jedoch nicht.

«Nicht das Alter allein entscheidet über den Erfolg einer Gaumennahterweiterung, sondern die individuelle Reife der Gaumennaht, das Knochenangebot und die Wahl der Apparatur.»

Dr. Philipp Meyer·Fachzahnarzt fuer Kieferorthopaedie, Zahnspange Zuerich

Kann MARPE eine Operation vermeiden?

Bei ausgewählten älteren Jugendlichen und Erwachsenen kann MARPE eine Erweiterung ohne grössere Kieferoperation ermöglichen. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.

Systematische Übersichtsarbeiten berichten, dass die Öffnung der Gaumennaht in den untersuchten Patientengruppen bei ungefähr neun von zehn Behandlungen gelang. Diese Zahl darf nicht als persönliche Erfolgswahrscheinlichkeit verstanden werden: Die zugrunde liegenden Studien verwendeten unterschiedliche Apparaturen und Behandlungsprotokolle, waren meist rückblickend angelegt und untersuchten sorgfältig ausgewählte Patienten.

Mit zunehmendem Alter kann der knöcherne Widerstand steigen. Das Alter allein entscheidet aber nicht über den Erfolg. Auch die individuelle Reife der Gaumennaht, die Beschaffenheit des Gaumenknochens, die Form des Oberkiefers und die Konstruktion der Apparatur spielen eine Rolle.

Was zeigen die Studien zu MARPE?

Die bisherige Forschung deutet darauf hin, dass MARPE bei vielen älteren Jugendlichen und Erwachsenen sowohl eine knöcherne als auch eine dentale Verbreiterung des Oberkiefers erreichen kann. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Bei einem grossen Teil der untersuchten Patienten konnte die Gaumennaht geöffnet werden.
  • Die Erweiterung besteht nicht ausschliesslich aus Knochenveränderungen – auch die Zähne und der sie umgebende Knochen bewegen sich mit.
  • Die zusätzliche Verankerung durch Mini-Implantate kann die Belastung der Seitenzähne gegenüber einer rein zahngestützten Apparatur reduzieren.
  • Ein Teil der erreichten Erweiterung kann sich nach der aktiven Behandlung wieder zurückbilden.
  • Eine ausreichend lange Stabilisierungsphase ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
  • Die Ergebnisse unterscheiden sich abhängig vom Alter, von der Anatomie und vom verwendeten MARPE-System.

Eine neuere prospektive Untersuchung verfolgte erwachsene Patienten für rund ein Jahr. Die knöcherne Erweiterung erwies sich in dieser Zeit als überwiegend stabil, während bei den Zahnbogenbreiten deutlichere Veränderungen während der Nachbeobachtung auftraten. Langfristige Studien über mehrere Jahre sind bisher jedoch noch begrenzt.

Wie wird eine MARPE-Behandlung geplant?

Digitale Planung einer MARPE-Behandlung mit 3D-Scan und DVT-Aufnahme des Gaumens
Ein digitaler Zahnscan und – bei entsprechender medizinischer Indikation – eine DVT-Aufnahme können die individuelle Planung der MARPE-Apparatur und der Miniimplantatpositionen unterstützen.

Am Anfang steht eine genaue kieferorthopädische Untersuchung. Dabei werden der Biss, die Breite der Kiefer, die Stellung der Zähne und die Zahnfleischsituation beurteilt. Ein digitaler Scan zeigt die Form des Zahnbogens und des Gaumens. Den gesamten Behandlungsweg beschreiben wir unter Behandlungsablauf.

Wenn es für die Planung der Mini-Implantate medizinisch notwendig ist, kann zusätzlich eine dreidimensionale Röntgenaufnahme (DVT bzw. CBCT) angefertigt werden. Sie zeigt das vorhandene Knochenangebot sowie die Lage der Zahnwurzeln und weiterer anatomischer Strukturen. Eine DVT ist wegen der zusätzlichen Strahlenexposition nicht automatisch bei jeder Dehnbehandlung erforderlich.

Die von Wilmes und Kollegen beschriebene Methode zeigt beispielhaft, wie ein digitaler Scan und eine DVT-Aufnahme miteinander kombiniert werden können. Die Positionen der Mini-Implantate werden am Computer geplant und mit einer individuell hergestellten Führungsschablone in den Mund übertragen. Die Veröffentlichung beschreibt diesen technischen Ablauf anhand von zwei Patienten; sie ist keine Vergleichsstudie und belegt daher keine allgemeine Überlegenheit dieses Systems.

Wie läuft eine MARPE-Behandlung ab?

  1. Untersuchung und Diagnostik: Der Oberkiefer, der Biss, die Zähne und das Zahnfleisch werden beurteilt.
  2. Planung der Apparatur: Je nach System erfolgen ein digitaler Scan und gegebenenfalls eine dreidimensionale Röntgendiagnostik.
  3. Einsetzen der Mini-Implantate: Die kleinen Schrauben werden in der Regel unter örtlicher Betäubung im Gaumen befestigt. Anschliessend wird die Dehnapparatur eingesetzt.
  4. Aktive Erweiterung: Die Schraube wird nach einem individuellen Plan regelmässig aktiviert. Dabei sind ein Druck- oder Spannungsgefühl und vorübergehende Empfindlichkeit möglich.
  5. Stabilisierung: Nach Abschluss der aktiven Dehnung bleibt die Apparatur meist noch mehrere Monate im Mund, damit sich das Ergebnis festigen kann.
  6. Weitere Zahnkorrektur: Häufig folgt die genaue Einstellung der Zähne mit einer festen Zahnspange, einer innenliegenden Zahnspange oder Alignern.

Welche Nebenwirkungen und Grenzen hat MARPE?

MARPE ist weniger invasiv als eine umfassende chirurgische Gaumennahterweiterung, aber nicht frei von Risiken. Mögliche Begleiterscheinungen sind:

  • Druck oder vorübergehende Schmerzen während der Aktivierung
  • Reizungen der Zunge oder der Gaumenschleimhaut
  • Entzündungen im Bereich der Mini-Implantate
  • Lockerung oder Verlust eines Mini-Implantats
  • vorübergehende Lückenbildung zwischen den Schneidezähnen
  • Kippung oder seitliche Bewegung der Seitenzähne
  • Veränderungen des Knochens oder Zahnfleisches an den Seitenzähnen
  • ungleichmässige oder nicht ausreichende Öffnung der Gaumennaht
  • teilweise Rückstellung der erreichten Erweiterung

Eine gute Mundhygiene rund um die Apparatur und regelmässige Kontrollen sind besonders wichtig. Wenn sich die Gaumennaht nicht wie geplant öffnet, muss die Aktivierung überprüft und gegebenenfalls gestoppt werden.

MARPE oder chirurgisch unterstützte Gaumennahterweiterung?

Bei einer chirurgisch unterstützten Gaumennahterweiterung wird der knöcherne Widerstand des Oberkiefers operativ reduziert. Das Verfahren wird häufig als SARPE oder SARME bezeichnet. Eine chirurgische Unterstützung kann eher infrage kommen, wenn:

  • der Oberkiefer stark verengt ist
  • die knöchernen Strukturen sehr ausgereift sind
  • eine ausgeprägte Asymmetrie besteht
  • eine nichtchirurgische Erweiterung wenig vorhersehbar erscheint
  • die Gaumennaht unter MARPE nicht geöffnet werden kann
  • zusätzlich eine kieferchirurgische Korrektur geplant ist

MARPE und SARPE sind keine konkurrierenden Standardlösungen, bei denen eine Methode grundsätzlich besser ist. Sie haben unterschiedliche Einsatzgebiete: Bei MARPE stehen mögliche dentale, parodontale und apparaturbezogene Nebenwirkungen im Vordergrund, bei SARPE kommen die allgemeinen Risiken eines chirurgischen Eingriffs hinzu.

Kann MARPE die Nasenatmung verbessern?

Durch die Erweiterung des Oberkiefers können sich auch die Breite der Nasenhöhle und bestimmte Bereiche der oberen Atemwege verändern. Einige Studien berichten über Verbesserungen von Messwerten der Nasenatmung.

Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jede Patientin oder jeder Patient nach MARPE automatisch besser durch die Nase atmet. Eine Veränderung auf einer dreidimensionalen Röntgenaufnahme ist nicht gleichbedeutend mit einer spürbaren Verbesserung der Atmung. MARPE sollte deshalb nicht allein als Behandlung gegen Schnarchen, Mundatmung oder Schlafapnoe beworben werden. Bei entsprechenden Beschwerden ist zusätzlich eine Abklärung durch eine HNO- oder schlafmedizinische Fachperson sinnvoll.

Welche Dehnapparatur ist für mich oder mein Kind geeignet?

Bei Kindern kann eine frühzeitige Behandlung besonders sinnvoll sein, weil sich der Oberkiefer während des Wachstums meist leichter erweitern lässt. Bei Erwachsenen ist eine Gaumennahterweiterung ebenfalls möglich, erfordert aber eine genauere Beurteilung der knöchernen Voraussetzungen.

In unserer Praxis an der Talstrasse 80 in Zürich prüfen wir, ob eine klassische Dehnapparatur, eine Behandlung mit Minipins, eine MARPE-Apparatur oder eine chirurgisch unterstützte Erweiterung infrage kommt. Die Entscheidung erfolgt immer auf Grundlage des persönlichen Befundes und nicht allein anhand des Alters. Einen Überblick über alle Systeme gibt die Seite Zahnspangen; die Kosten besprechen wir transparent nach der Diagnostik – Termin vereinbaren.

Wissenschaftliche Grundlagen

Die Informationen auf dieser Seite beruhen unter anderem auf folgenden wissenschaftlichen Arbeiten:

  • Kapetanović A et al. Efficacy of Miniscrew-Assisted Rapid Palatal Expansion in late adolescents and adults: a systematic review and meta-analysis. European Journal of Orthodontics, 2021. PubMed
  • Zeng W et al. Long-term efficacy and stability of miniscrew-assisted rapid palatal expansion in mid to late adolescents and adults. BMC Oral Health, 2023. PubMed
  • Kapetanović A et al. Efficacy of MARPE in late adolescents and adults with the Dutch Maxillary Expansion Device: a prospective clinical cohort study. Clinical Oral Investigations, 2022. PubMed
  • Chun JH et al. Skeletal and alveolar changes in conventional RPE and MARPE: a prospective randomized clinical trial. BMC Oral Health, 2022. PubMed
  • Chen H et al. Stability of expansion effects following Miniscrew-assisted Rapid Palatal Expansion: a prospective longitudinal cohort study. Oral and Maxillofacial Surgery, 2025. PubMed
  • Winsauer H et al. Success and complication rate of miniscrew-assisted non-surgical palatal expansion in adults. Head & Face Medicine, 2021. PubMed
  • Wilmes B et al. Procedure using CAD/CAM-manufactured insertion guides for purely mini-implant-borne rapid maxillary expanders. Journal of Orofacial Orthopedics, 2022. Open-Access-Volltext
  • Calvo-Henriquez C et al. The Impact of Maxillary Expansion on Adults' Nasal Breathing: a systematic review and meta-analysis. American Journal of Rhinology & Allergy, 2021. PubMed

Häufige Fragen zur Gaumennahterweiterung und MARPE

Bereit für Ihr neues Lächeln?

Vereinbaren Sie jetzt Ihre kostenlose Erstberatung bei Zahnspange Zürich – unverbindlich und persönlich.

Jetzt Termin vereinbaren